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Filtrierpapiere - Rohstoffe und Herstellung

Für die Herstellung der hochwertigen MN-Filtrierpapiere werden Baumwoll-Linters,
veredelte Zellstoffe mit einem hohen Gehalt an α-Cellulose sowie Glasfasern verwendet.
Baumwoll-Linters sind kurze Samenhaare der Baumwollsaat, die für die Textilherstellung
ungeeignet sind, aber einen hervorragenden Rohstoff für weiche und saugfähige
Filtrierpapiere darstellen.

Neben den Baumwoll-Linters werden vor allem Zellstoffe verwendet, die man durch
eine chemische Behandlung aus pflanzlichem Material, z. B. Nadelholz oder Laubholz erhält.
Bei MACHEREY-NAGEL wählen nur die erfahrensten Papiermacher die Rohstoffe aus,
damit eine gleichbleibend hohe Qualität der Filtrierpapiere sichergestellt ist.
Die zur Herstellung der MN-Glasfaserpapiere verwendeten Spinnfasern bestehen
aus Borosilicatglas (Ausnahme: Papier aus Quarzglasfasern). Diese Fasern sind mit
einem Durchmesser von 0,5 – 1,5 μm erheblich dünner als Cellulosefasern.
Die Glasfasern zeichnen sich vor allem durch eine hohe Widerstandsfähigkeit gegen
fast alle Chemikalien aus (Ausnahme z. B. Flusssäure).

Katalog Filtrierpapiere [3'708 KB]

Flyer Filterpapiere für die Kläranlagen [727 KB]

Wichtige technische Merkmale von Filtrierpapieren - Merkmal Beschreibung

Aschegehalt/Glührückstand
Der Aschegehalt wird nach DIN 54370 bestimmt. Dabei werden 10 g Filtrierpapier nach
der Veraschung im Platintiegel bei 800 °C ausgewogen. Die Angabe erfolgt in %
vom Gewicht des Papiers.

Berstfestigkeit
Zur Bestimmung der Berstfestigkeit wird das Papier mit einer Fläche von 10 cm2 über eine
Gummimembran gespannt. Dann wird die Belastung gleichmäßig erhöht. Im Moment des
Berstens wird der Druck gemessen. Die Berstfestigkeit wird gemäß DIN 53113 in kPa angegeben

Bruchlast
Zur Bestimmung der Bruchlast wird eine Papierstreifen (180 x 15 mm) mit steigendem Gewicht
senkrecht belastet. Der Kraftaufwand im Moment des Reißens ist die Bruchlast. Sie wird
in N/15 mm angegeben.

Dicke
Die Dicke des Papiers wird mit einem Tastdruckgerät bestimmt. Dabei ist es vor allem für
weiche und gekreppte Papiere entscheidend, dass der Tastdruck nicht zu hoch ist. Andernfalls
werden die Papiere zusammengedrückt und es wird eine falsch zu niedrige Dicke ermittelt.

Filtriergeschwindigkeit
Für die Bestimmung der Filtriergeschwindigkeit gemäß DIN 53137 wird die Durchflussdauer von
10 ml destilliertem Wasser durch einen frei hängenden ¼ gefalteten Filter mit einem
Durchmesser von 12,5 cm ermittelt. Die Angabe erfolgt in Sekunden.

Flächengewicht
Das Flächengewicht wird an einer Probe von 10 x 10 cm bestimmt. Die Angabe erfolgt in g/m2.

Gurley-Test
Es wird die Zeit gemessen, die für die Filtration von 100 ml Luft bei einem Druck von 31 mm
Wassersäule benötigt wird. Dazu wird eine Probe mit einer Fläche von ¼ Quadratzoll verwendet.

Nassfestigkeit
Die Nassfestigkeit des Papiers ist ein Maß für die Festigkeit des Papiers im nassen Zustand. Sie
kann z. B. durch Messung der Bruchlast oder der Berstfestigkeit (s.o.) im nassen Zustand ermittelt
werden.

Porengröße
Die Scheidefähigkeit eines Filtrierpapiers wird von zahlreichen Faktoren bestimmt. Da es sich bei
einem Filtrierpapier um einen Tiefenfilter handelt, spricht man für Filtrierpapier eher von einem
mittleren Rückhaltevermögen

Saughöhe nach Klemm
Die Saughöhe nach Klemm gibt an, wie weit ein Filtrierpapierstreifen in 10 min durchfeuchtet
wird, der senkrecht in destilliertes Wasser (20 °C) eintaucht.

Scheidefähigkeit
Unter der Scheidefähigkeit versteht man das Rückhaltevermögen von Filtrierpapieren gegenüber
bestimmten Niederschlägen. Sie charakterisiert die Durchlässigkeit des Papiers. Zur Bestimmung
werden Niederschläge von Eisen(III)oxidhydrat, Bleisulfat, Calciumoxalat und Bariumsulfat
herangezogen.